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Vom Smartphone verweht — Ein TestLiebesbericht zum OnePlus One

Seit einiger Zeit habe ich ein neues Smartphone an meiner Seite. Es hört auf den Namen One, kommt vom Startup OnePlus. Und ein bisschen habe ich mich in das Gerät verliebt. Ein Liebesbericht in sieben Akten.

Es hat mich gepackt. Vor einigen Wochen habe ich den Entschluss gefasst, dass mein neues Smartphone nicht etwa ein iPhone 6 oder ein Flaggschiff von Samsung oder HTC wird, sondern das One der Firma OnePlus. OnePlus, genau, das Startup, das mit seinem Smartphone namens One so viel Aufsehen erregt hat. 269 Euro für die kleinere, 16-Gigabyte-Version, 299 Euro für die 64-Gigabyte-Variante. Genau bei letzterer habe ich zugeschlagen.

Begegnungen

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Begegnungen im Alltag gibt es viele. Jeden Tag treffe ich viele Menschen. Meine lieben Kollegen im Büro, das nette Kassenpersonal beim Supermarkt um die Ecke oder einfach der nette Straßenmusiker in der Fußgängerzone. Und dann gibt es Begegnungen, die nicht auf menschlicher Ebene, sondern auch sachlicher stattfinden. Meine Ledertasche begleitet mich jeden Tag ins Büro. Sie ist Herberge für Notebook und Kopfhörer, oft auch für Mikrofon und Kabel. Und manchmal begegnet man »Dingen« auch im Internet. Und um endlich mal zur Sache zu kommen: Dem OnePlus One bin ich im Internet begegnet. Und ein bisschen habe ich mich verguckt. Eine meiner großen Leidenschaften ist die Technik. Egal ob Smartphones, Tablets, Notebooks oder sonst für abgefahrene Gadgets. Nicht umsonst mache ich das inzwischen auch beruflich. Und dann kam da im April dieses eine Smartphone. Was sich anhört wie eine Liebesgeschichte, ist auch eine kleine!

Das Kennenlernen: Ich sah dich zum ersten Mal in Videoform

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Im April, als der CEO von OnePlus auf der Bühne stand und in einer viel zu lang geratenen Vorstellung das »One« enthüllte. Und dann nannte er den Preis. Tatsächlich habe ich oftmals Artikel über das Gerät gelesen und sie mit einem »okay« abgestempelt. Ein Smartphone eben. Doch seit einigen Wochen hab ich wieder Lust auf ein neues Gerät. Einen zuverlässigen Begleiter. Einen Begleiter, der mit mir durch den Alltag geht, mir die Streams der Sozialen Netzwerke zeigt, mir meine E-Mails zustellt und nicht zuletzt die Fahrzeiten der Straßenbahn verrät. Und dann kam mir dieses »One« wieder ins Gedächtnis. Das 299-Euro-Smartphone, das mit seiner »Sandstone-Black«-Rückseite so anmutend verzückend aussieht. Und dann war es um mich geschehen.

»Du kommst für mich extra aus London, hast dir aber auch Zeit gelassen!«

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Ich habe bestellt. Und das mit ziemlich viel Glück. Über das Invite-System, das OnePlus für sein One anwendet, lässt sich streiten. Auch ich bin kein großer Freund davon, aber immerhin ist dadurch gewährleistet, dass die Besteller ihr Smartphone dann auch zeitnah bekommen. Ich war entschlossen — aber ich hatte keinen Invite. Und das machte mich zuerst ein wenig pessimistisch, ob wir uns jemals treffen würden. Doch das Glück sollte mit mir sein. Ein Twitter-Versuch ergab nichts, jedoch ein zufällig gelesener Post im offiziellen Deutschen Forum von OnePlus. Zwei Minuten nach den wenigen Worten »Habe zwei Invites übrig … die sind allerdings nur noch einen Tag gültig!«, auf die ich zwei Minuten später antwortete, hatte ich also eine Einladung. Eine Einladung, das schöne Teil zu bestellen. In »sandstone black« mit 64 Gigabyte internem Speicher. Der Sonntag war gerettet — und mein Portemonnaie ein bisschen dünner, aber auch OnePlus hatte eine Bestellung mehr im virtuellen Postkasten.

Der Montag kam und er war nicht sonderlich außergewöhnlich. Aber er wollte und wollte nicht umgehen. Immerhin war meine Bestellung schon am Abend zuvor noch von »Pending Shipment« auf »Processing« gesprungen. Danach aber nichts. Trotzdem ein gutes Zeichen, obwohl bei vielen dieser Status auch noch lange blieb, bei manchen sogar bis zur Zustellung durch die nette Person mit der gelben Jacke.

Dienstag. Das gleiche Spiel. Aber ich übe mich in Geduld — zumindest probiere ich es. Es ist schon außergewöhnlich wie man sich auf ein neues Stück Technik freuen kann. Da kommt der Geek in mir hoch!

Mittwochmorgen. Ich stehe auf, checke mein Postfach und sehe fröhlich erstaunt eine Mail. Von OnePlus. Mit der Ankündigung, dass mein neues Stück Hardware am gestrigen Abend an DHL Express übergeben wurde. Laut Erfahrungsbericht anderer Nutzer stand die Chance nicht schlecht, dass du dann am Mittwoch kommst. Du kommst für mich extra aus London, hast dir da aber auch Zeit gelassen, bist dann aber fix nach Leipzig geflogen und von dort aus hier nach Hannover.

»Erst besuchst du mich im Büro, dann liegen wir gemeinsam auf der Couch«

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Ich mag das englische Tracking, es ist einfach viel genauer und schneller, als das deutsche. Am Mittwoch im Büro war ich dann kurz mal nicht am Platz und ich komme wieder und finde dich. In einem gepolsterten Papierumschlag. Die Firma stand nicht mit auf dem Adressaufkleber, blöd gelaufen, dass OnePlus das nicht hinbekommen hat. Aber trotzdem bist du da. Du besuchst mich also erst im Büro, bevor es in der Mittagspause dann zusammen auf die Couch geht. Du bekommst eine Sim-Karte, wirst mit einem Backup und zwei Updates versorgt und fertig. Einsatzbereit.

Aber einen Schritt zurück. Die Verpackung ist gelungen, edel, schlicht und schön und den Spaß hat man schon beim Auspacken. Und dann kommt das schöne Stück direkt zum Vorschein. Der erste Eindruck ist echt super positiv. Die Haptik ist wirklich sehr gut und angenehm und die 5,5 Zoll wirken gar nicht ganz so groß. Und auch nach anderthalb Wochen als mein Begleiter finde ich die Größe durchaus sehr angenehm. Ich würde schätzen, ich habe nicht die größten Hände, aber auch nicht die kleinsten. Vor allem die Rückseite ist ein Kracher. »sandstone black« hält, was es verspricht. Die leicht raue Oberfläche gefällt mir ziemlich gut.

Das Display hat tolle Farben und gute Blickwinkel und auf 5,5 Zoll Diagonale kann man auch gut was lesen.

Die inneren Werte: Prozessor, Performance, Akku und Kamera

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Neben der Haptik überzeugen aber auch die inneren Werte. Der Quadcore-Snapdragon-801-Prozessor rennt und die drei Gigabyte Arbeitsspeicher tun ihr Übriges. Bei der Verwendung sind auch nach nun einigen Wochen noch keine Ruckler aufgetreten. Für den nötigen Spaß ansonsten sorgt der Akku. 3.100 Milliamperestunden sind ein ordentliches Paket, um gut über den Tag zu kommen. Keine Sorgen, wenn man auch mit 20 Prozent Restakku noch unterwegs ist, der Akku hält bis nach Hause. 24 Stunden, manchmal sogar zwei Tage sind drin und das bei nichtmal sonderlicher Schonung des schönen Stücks. Das erweist sich im Alltag als wirklich eines der praktischsten Dinge des OnePlus One — keine Sorge um den Akku haben, auch wenn es mal wieder spät wird und man den gesamten Tag schon unterwegs ist.

Zwei Punkte, die nicht negativ auffallen: die beiden Kameras. Solide Selfies mit der Front-Kamera, gute Fotos mit der rückseitigen Kamera. Die beste Kamera ist ja bekanntlich die, die man dabei hat und diesen Job erfüllt das OnePlus One mit Bravour. Natürlich ist da noch Luft nach oben, aber bei welchem Smartphone gibt es die schon nicht? Mit dem OnePlus One machen Soziale Netzwerke wie Instagram, Vsco oder EyeEm auf jeden Fall viel Spaß.

Es kommt nicht nur aufs Äußere an — die Software

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Cyanogen. Man kennt sie, man schätzt sie. Ich tue das auch schon lange und habe mal wieder gemerkt, was die Jungs und Mädels für eine tolle Software bereitstellen. Die vielen Anpassungsmöglichkeiten, die vielen Designs, die man Online noch bekommt. Außerdem klappt die Zusammenarbeit mit OnePlus super, die Updates für Bugfixes sind schnell gekommen und tun ihren Dienst.

Die vielen Details, die ein Verehrer im Liebesfilm aufzählt, wenn die Verehrte ihn nach dem Schönsten an ihr fragt, sind beim OnePlus One die vielen tollen Software-Features. Sei es die integrierte Bildschirmaufzeichnung als Video, die Profile, die sich einrichten lassen, um bestimmte Einstellungen immer abhängig beispielsweise vom Aufenthaltsort etc. zu haben. Die praktische Kamera-App mit ihren Bearbeitungsmöglichkeiten, die wirklich sehr umfangreichen Einstellungen. Da verliert man sich vor lauter Vielfalt schon mal eine ganze Zeit nur bei den Einstellungen zur Benachrichtigungsleiste. Wirklich jeder Menüpunkt bietet umfangreichste Einstellungsmöglichkeiten — das möchte man nach kurzer Zeit schon nicht mehr missen, wer die Wahl hat, hat natürlich aber auch die Qual. Kapazitive Tasten nutzen oder doch welche auf dem Display? Welches Design nehme ich denn nur? Oder nur das Icon-Pack vom einen?

Die komplette Software hier auseinanderzunehmen, würde den Artikel noch weiter sprengen. Allein die Möglichkeiten der Tastenkonfiguration und die Einstellungen der Benachrichtigungs-LED, Statusleiste, Gesten etc. vermisst man in der Tiefe bei Stock-Android. Alle Features könnt ihr woanders schon lesen — hier soll es ja »nur« um meine persönliche Meinung zum Gerät gehen.

Fazit: Das Paar hat sich gefunden — Happy End!

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Nach mittlerweile vier Wochen mit dem OnePlus One bin ich immer noch ein bisschen verknallt. Die Rückseite, das Display, die ordentlichen Kameras und einfach das Gesamtpaket stimmen. CyanogenMod als Software, das regelmäßige Updates bekommt und mit tollen Features versehen ist. Die Highend-Hardware zum guten Preis, die dem Gerät Power verschafft.

Und wie in viele Liebesromane endet auch dieser Artikel mit einem Happy End. Wir zwei haben uns gefunden, das One und ich. Es ist mein täglich treuer begleiter, und wo ich gerade den ganzen Tag unterwegs war, in Hannover, im Zug, im t3n-HQ, lächelt es mir mit seinem Display, als ich diese Zeilen abends spät in der Bahn schreibe, mit 59 Prozent Restakku entgegen, das freut das Geek-Herz.

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Update: Die Invites sind alle vergeben.


Und aus vielen guten Büchern kann man meist etwas mitnehmen. Und so könnt auch ihr mit etwas Glück ein bisschen was aus diesem Artikel mitnehmen, nämlich die Möglichkeit, einen Invite zur Bestellung des OnePlus One zu bekommen. Dazu meldet ihr euch einfach in den Kommentaren oder auch bei Twitter. Erzählt mir, warum ihr so heiß auf das One seid, warum ihr es unbedingt bestellen wollt und nicht mehr länger warten könnt. Und mit etwas Glück fangen auch eure Flitterwochen bald schon an.

5 Kommentare

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  3. Moin,

    was für eine Hymne, aber ich bin auch sehr zufrieden mit meinen One. Es ist ein echtes Multitool für mich geworden, genannt „das Pföhn“.
    Leider bin ich noch nicht so richtig happy, was das Schreiben angeht. Was nutzt du zum Texten, Gedanken abwerfen und weiterentwickeln? Leider wird ja LibreOffice für Android noch ein wenig auf sich warten lassen … Suche noch ein Tool, bei dem auch das hin- und herschieben von Textbausteinen von der Benutzerführung her easy ist und ich nicht ständig durch die Tastatur im Bildfeld oder ähnlichen Ungemach im kontinuierlichen Gedankenfluß ausgebremst werde. Wie so oft, jede Anregung ist willkommen.

    Fehlt nur noch eine Speichererweiterung für *noch* mehr Musik, Bücher und Raum für Photos, FieldRecordings, Interviews……

    • Moin Tobias,

      ja, ich bin auch ausgesprochen zufrieden. Ich hatte schon so viele Smartphones und habe auch schon sehr viele getestet und war im Test von keinem so überzeugt wie vom OnePlus One!

      Was lange Texte angeht, vermeide ich das Smartphone tunlichst, daher auch erst die etwas spätere Antwort auf deinen Kommentar! Ich nutze nur den iA Writer, der kann allerdings nicht mit Textbausteinen umgehen, soweit ich weiß. Wenn ich zwischendurch ein paar Gedanken loswerden will, synchronisiere ich die über Simplenote mit dem Mac und der App nvALT, die die Notizen wiederum zur Sicherheit noch mal in der Dropbox speichert, das heißt ich kann von überall darauf zugreifen. Statt Dropbox wäre natürlich auch ownCloud eine Alternative. So brauche ich letztendlich auf allen Systemen nur eine App, die mit Text-Dateien in einem Dropbox-Ordner synchronisieren kann.

      Vielleicht beherrschen Drittanbieter-Tastaturen wie SwiftKey o.ä. Textbausteine?

      Werden die 64 Gigabyte bei dir schon knapp? Da hilft wohl auch nur ein Cloud-Dienst. Microsoft geht ja bei OneDrive recht großzügig mit freiem Speicherplatz um. Alternativ eine eigene ownCloud-Installation?

      Viel Erfolg bei der weiteren Suche, berichte gern, wenn du was gefunden hast!

      • Moin,

        erstmal danke für Deine nette Antwort. Textbausteine, der Begriff war zugegeben etwas irreführend. Ich meinte nicht die vordefinierten Textfragmente einer Textverarbeitung, sondern einzelne Bestandteile meines Textes. Ich schiebe im Lauf der Arbeit viel Textteile, Absätze etc. hin- und her. Im Extremfall kann das was zunächst als Einstieg gedacht war, als Schlußgedanke enden. Es ist ein ziemliches Puzzlespiel.
        Angeregt durch Dein Posting habe ich mal wieder eine Recherche gestartet und … Bin wohl endlich fündig geworden. Jotterpad heißt die App und ich bin zur Zeit recht angetan. Ist noch nicht perfekt (statt Dropbox würde ich z. B. gerne meine private Cloud einbinden können, aber die Grundfunktionen sind wirklich gut. Auch daß sie markdown kann ist cool, da ich meine umfangreicheren Texte (lange Artikel, Buchprojekte etc.) mittlerweile nicht mehr mit LaTeX, sondern pandoc schreibe. Pandoc ist wie ein großer Wrapper. Ich schreibe Markdown und habe ein Makefile, das mir bei Aufruf daraus HTML, epub und PDF baut. Z. B. für PDF wird auf pdflatex zurückgegriffen. Auch odf, docx etc. sind machbar. Ein Blick auf die unterstützten Formate lohnt sich sehr. Und ich finde es extrem komfortabel, in markdown schreiben zu können. Die Raw-Files dann noch zentral in einem Git-Archiv abgelegt, von all meinen Devices erreichbar und synchronisierbar…
        Finde den Prozess gerade sehr spannend. Wo geht die Reise hin? Mein Workflow ändert bzw. erweitert sich gerade. Endlich fängt es an, wirklich Spaß zu machen, mal eben in der Mittagspause ein paar Gedanken für ein Posting, einen Text oder Wasauchimmer ins Pföhn zu touchen. Es wird so wirklich zu dem, für das ich es mir geholt habe: erweitertes Notizbuch für alles Mögliche, Texte und Audio und … (Und seit dem letzten OTA ist SwiftKey ja per default integriert. Davor hatte ich Hackerkeyboard genutzt. Merke aber, daß ich zielsicherer werde auf dieser Tastatur, evt. wechsel ich wieder zurück. Admin-Aufgaben sind damit einfach am besten zu erledigen … Und die Automatik von SwiftKey kann auch störend sein.)
        Zum Speicher: Ja, die 64G sind prall gefüllt. Du weißt doch, Speicher kann nie groß genug sein und er ist bestimmt immer zu klein. *g*


        Von meinem Pföhn aus kommentiert.

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